Wohnraum für alle: WoFA startet bewegende Plakatkampagne

Mit einer groß angelegten Aktion an allen 13 Standorten setzt WoFA ein starkes Zeichen für Integration und gesellschaftlichen Zusammenhalt

 
„Integration braucht ein Zuhause“ – dieser bewährte WoFA-Slogan erhält nun eine kraftvolle Weiterentwicklung. Während der zweite Teil der Botschaft bewusst beibehalten wurde, rücken die neuen Formulierungen konkrete Menschen und ihre unverzichtbaren Beiträge für unsere Gesellschaft in den Mittelpunkt:

„Wer sich um unsere Großeltern kümmert, braucht ein Zuhause.“
„Wer um 3 Uhr früh Brezen bäckt, braucht ein Zuhause.“
„Wer für deinen Urlaub arbeitet, braucht ein Zuhause.“

Ein Perspektivwechsel mit klarer Botschaft

Die Idee hinter der Kampagne ist so einfach wie wirkungsvoll: Wir wollen zeigen, dass Menschen mit Migrationshintergrund keineswegs nur Sozialleistungen in Anspruch nehmen, sondern einen wertvollen – oft sogar unverzichtbaren – Beitrag zu unserer Gesellschaft leisten. Wer mit offenen Augen durch unsere Städte geht, erkennt schnell: Unser System funktioniert nur, weil Menschen aus anderen Ländern ihren Teil dazu beitragen.

Die Plakate machen sichtbar, was oft übersehen wird: Wohnraum ist der erste entscheidende Schritt aus der Asylunterkunft heraus. Erst mit einer eigenen Wohnung können Menschen einen Arbeitsplatz finden, wirklich in der Gesellschaft ankommen und sich integrieren.

Kirchen als Orte der Begegnung

Bewusst wurden die Plakate vor allem in Kirchen aufgehängt – an allen 13 WoFA-Standorten. Denn WoFA versteht sich in erster Linie als Kirchenprojekt. Kirchen sind Orte der Begegnung, Orte, an denen innegehalten und reflektiert wird. Orte, an denen das Gegenüber als Mensch wahrgenommen wird.

Hier kann die Frage gestellt werden: Könnte nicht in der kleinen Einliegerwohnung der Oma, die seit kurzem im Altersheim ist, jemand einziehen – auch wenn dieser Mensch eine andere Hautfarbe oder einen anderen Glauben hat? Kirchen sind Orte der Liebe, an denen Ausgrenzung und Gleichgültigkeit überwunden werden kann.

Ein Bewusstsein schaffen

Mit dieser Plakataktion möchte WoFA ein Bewusstsein schaffen: für die Leistungsfähigkeit und Arbeitsfähigkeit unserer migrantischen Mitmenschen. Für Menschen, die unsere Gesellschaft bereichern und ohne die vieles nicht mehr funktionieren – sie alle brauchen ein Zuhause.

Die Kampagne ist ein Aufruf zum Hinsehen, zum Nachdenken – und zum Handeln.

Fachtag Nürnberg „LAG ÖF“

„Machen statt Reden – Kommunen und Verbände gemeinsam für eine gelungene Integration“ – Fachtag der Landesarbeitsgemeinschaft öffentliche und freie Wohlfahrtspflege (LAG ÖF) am 6. Oktober 2025 im BAMF in Nürnberg

„Integration ist eine Daueraufgabe für Staat und Gesellschaft.“ – So die zentrale Aussage des Impulsvortrags von Innenminister Joachim Herrmann auf dem Fachtag der LAG ÖF und er schloss an: „Der große Zustrom an Flüchtlingen stellt Freistaat, Kommunen, Wohlfahrtverbände und ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern weiterhin vor große Herausforderungen. Stolz kann ich aber sagen: Bislang haben wir diese Mammutaufgabe mit Bravour gemeistert. Bayern hat deutschlandweit mit 9 Prozent die niedrigste Arbeitslosenquote von Ausländern. Dies zeigt: Bayern ist und bleibt ein Land gelingender Integration.“

Die Grundpfeiler für gelingende Integration – da waren sich alle Referent*innen des Fachtags einig – liegen in Arbeit und Wohnen.

Minister Hermann spricht auf dem Fachtag Nürnberg LAG ÖF

Dass der Innenminister in diesem Zusammenhang auch ausführlich auf WoFA und die Menschen zu sprechen kam, die bisher über unser Projekt eine Wohnung gefunden haben, empfinden wir als wertvolle Anerkennung und Würdigung unserer Projektarbeit. Augenzwinkernd merkte der Minister an, dass es durchaus noch mehr Menschen werden dürften, die über WoFA eine Wohnung finden, so solle es aber auch sein. Wir können an dieser Stelle schon verraten, dass es Stand 09/2025 ca. 800 Menschen mehr waren als noch Ende 2024 – insgesamt nämlich 5176.

Aktuell leben in Unterkünften des Freistaats noch über 50.000 auszugsberechtigte Menschen. Keine Frage also, dass noch viel zu tun ist. Aber auch hier halten wir es mit dem Minister, der dafür plädierte, die Aufgabe der Integration „unaufgeregter“ anzugehen und der auch sagte: „WoFA zeigt, dass Integration machbar ist.“

Workshop „Wohnen“

Am Nachmittag wurde das Thema Integration in verschiedenen Workshops vertieft –die Schwerpunkte waren: Wohnen, Bildung, Arbeit, Ehrenamt und Kooperation zwischen kommunaler Verwaltung und freier Wohlfahrtspflege.

Im Workshop „Wohnen“ am Nachmittag gaben wir einen ausführlichen Einblick in unsere Projektarbeit. Eine lebhafte Diskussion unter den Teilnehmenden schloss sich an.

Gerade hier wurde deutlich, wie spannend und relevant dieses Thema im Rahmen der LAG ÖF ist. WoFA braucht dringend die Unterstützung und das Mitwirken der Kommunen und der öffentlichen Hand. Schon bisher ist die Vernetzung mit den Kommunen ein wichtiger Teil unserer Arbeit in WoFA. Fachtage wie dieser helfen, diese Kooperation zu stärken. Ein großer Wunsch von WoFA ist, dass sich künftig noch mehr Türen von Kommunen und Ämtern für eine Zusammenarbeit öffnen.

Miteinander feiern, Brücken bauen

WoFA Hof bei der Interkulturellen Woche 2025 – Ein Fest der Begegnung im Bahnhofsviertel

Bericht von Heba Abdullah

Der 25. September 2025 stand ganz im Zeichen des Miteinanders: Das Projekt WoFA war Teil der Veranstaltung „Miteinander und Füreinander im Bahnhofsviertel“ – ein lebendiges Programm im Rahmen der Interkulturellen Woche. Ab 16:30 Uhr öffnete das EJSA in Hof seine Türen für einen Nachmittag voller Begegnungen, Austausch und kultureller Vielfalt.

Ein Ort zum Kennenlernen und Vernetzen

Mit einer eigenen Station präsentierte sich WoFA mitten im Geschehen. Hier hatten wir die Möglichkeit, unsere Arbeit vorzustellen, Informationsmaterial zu verteilen und Plakate auszuhängen. Die Resonanz war ermutigend: Viele Besucherinnen und Besucher kamen vorbei, stellten Fragen und zeigten echtes Interesse an unseren Angeboten. Es entstanden wertvolle Gespräche – manche kurz und informativ, andere lang und persönlich.

Vielfalt, die schmeckt und verbindet

Die Veranstaltung war außergewöhnlich gut besucht. Menschen aus unterschiedlichsten Herkunftsländern strömten ins Bahnhofsviertel und füllten die Räume mit Leben, Farben und Sprachen. Jede und jeder hatte etwas mitgebracht: So entstand ein reichhaltiges Buffet, das kulinarisch um die Welt führte – von orientalischen Köstlichkeiten über afrikanische Spezialitäten bis hin zu europäischen Leckereien. Essen verbindet – das wurde an diesem Nachmittag auf besondere Weise erlebbar.

Programm für alle Generationen

Neben dem kulinarischen Austausch sorgten vielfältige Programmpunkte für Unterhaltung und Inspiration. Kinder und Erwachsene kamen gleichermaßen auf ihre Kosten: Musik, Spiele, kreative Angebote und kulturelle Darbietungen machten den Nachmittag zu einem echten Erlebnis für die ganze Familie.

Mehr als eine Veranstaltung – ein Zeichen setzen

Die Kooperation war rundum gelungen und zeigte eindrucksvoll, welche Kraft im gemeinsamen Feiern und im echten Austausch liegt. Besonders wertvoll für uns als WoFA war die Chance, unsere Arbeit einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen und mit so vielen unterschiedlichen Menschen ins Gespräch zu kommen. Diese direkten Begegnungen sind unbezahlbar – sie schaffen Vertrauen, bauen Barrieren ab und öffnen Türen.

Unser Fazit: Vielfalt feiern, Gemeinschaft stärken

Die Teilnahme an der Interkulturellen Woche 2025 war für die WoFA Hof eine zutiefst bereichernde Erfahrung. Die gelungene Mischung aus Information, Kultur, Musik und kulinarischem Genuss setzte ein starkes Zeichen – für Vielfalt, für Gemeinschaft und für gegenseitigen Respekt im Bahnhofsviertel und darüber hinaus.

Solche Veranstaltungen erinnern uns daran: Integration geschieht nicht am Schreibtisch, sondern dort, wo Menschen einander begegnen, miteinander lachen, essen und feiern. Genau dafür steht die Interkulturelle Woche – und genau dafür steht auch unsere Arbeit bei WoFA.

Wohnen statt Unterbringung – WoSu 2025

Wenn Kommunen zu Vorreitern werden

Augsburg, September 2025 – Zwei Tage lang verwandelte sich das Grandhotel Cosmopolis in eine Denkwerkstatt für soziale Innovation. Vom 18. bis 19. September diskutierten Praktiker:innen, Expert:innen und kommunale Vertreter:innen beim Netzwerktreffen Wohnen statt Unterbringung (WoSu) über eine der drängendsten sozialen Fragen unserer Zeit: Wie schaffen wir mehr Wohnraum für Menschen in Notlagen? Die Devise: Gemeinsam Wohnraum schaffen – statt Unterbringung nur zu verwalten.

Allein vom bayernweiten Projekt WoFA (Wohnraum für Alle) reisten zehn Personen an – teilweise mit mehrstündiger Anreise. Ein Zeichen dafür, wie wichtig der Austausch über Grenzen hinweg geworden ist. In Workshops, Best-Practice-Vorträgen und intensiven Diskussionsrunden zeichnete sich eine klare Botschaft ab: Die Lösungen liegen näher, als viele denken – nämlich direkt vor Ort, in den Rathäusern und Landratsämtern.

Rostock: Geben und Nehmen als kommunale Strategie

Besonders eindrucksvoll zeigte sich das Potenzial kommunalen Handelns am Beispiel Rostock. Herr Lemke vom Amt für Soziales und Teilhabe präsentierte ein Modell, das so einfach wie wirkungsvoll ist: Die Kommune übernimmt aktiv Verantwortung für schwierige Miet- und Wohnverhältnisse – und erhält im Gegenzug jährlich 15 Wohnungen für das Housing First-Programm. Diese Wohnungen gehen direkt an obdachlose Menschen, ohne Umwege, ohne Warteschleifen.

Das Ergebnis ist messbar, der Beitrag zur Reduzierung von Obdachlosigkeit konkret. Hier wird deutlich: Wenn Kommunen nicht nur Verantwortung übernehmen, sondern aktiv gestalten, entstehen tragfähige Lösungen, die freie Träger allein kaum erreichen können.

Berlin und München: Genossenschaften mit sozialem Auftrag

Dass auch Wohnungsbaugenossenschaften eine Schlüsselrolle spielen können, zeigten Xenion aus Berlin und InVia aus München in einem gemeinsamen, eindrucksvollen Vortrag. Beide Genossenschaften verfolgen bereits per Satzung das Ziel, sozial günstigen Wohnraum zu schaffen – doch sie gehen noch einen Schritt weiter.

Jahr für Jahr stellen sie einen festen Prozentsatz ihrer Wohnungen gezielt für sozial benachteiligte Menschen zur Verfügung, mit und ohne Migrationshintergrund. Das Besondere: Xenion und InVia bieten eine mietbegleitende Betreuung an. Sie klären Fragen rund um Miete, gemeinsames Leben und Nachbarschaft, unterstützen die Bewohner:innen dabei, sich in die Genossenschaft einzubringen – und kümmern sich um die Finanzierung der Genossenschaftsanteile.

Denn wer in eine Wohnungsbaugenossenschaft einzieht, muss Anteile erwerben. Für sozial benachteiligte Menschen ist das oft eine unüberwindbare Hürde. Hier setzen die Genossenschaften auf ein cleveres Modell: Stiftungen und andere Fördergeber bringen die Anteile auf und „parken“ sie bei der Genossenschaft, solange die Person dort wohnt. Zieht sie aus, fließt das Geld zurück an die Stiftung – ein revolvierendes System, das wie eine Kaution funktioniert und nicht verloren geht.

Die Bilanz beider Genossenschaften ist beeindruckend: Zahlreiche Menschen konnten so bereits in stabilen Wohnraum vermittelt werden. Ein Modell, das Schule machen könnte.

Rosenheim: Verborgene Schätze im Bestand

Kreativität und Pragmatismus verbindet ein Projekt aus Rosenheim. Studierende überplanten Einfamilienhäuser aus den 1950er- bis 1980er-Jahren und zeigten, wie sich diese in Mehrfamilien- oder Mehrgenerationenhäuser umwandeln ließen. Die Botschaft: In bestehendem Wohnraum steckt enormes, bislang ungenutztes Potenzial.

Die Kehrseite: Eine praktische Umsetzung bei den Eigentümer:innen blieb bisher aus. Ein deutlicher Appell an Politik und Bauwirtschaft, diese Ideen nicht nur zur Kenntnis zu nehmen, sondern ernsthaft zu prüfen und zu fördern.

Dachau: Die Kraft lokaler Bündnisse

Dass Zusammenarbeit Türen öffnet, die für Einzelne verschlossen bleiben, beweist das Wissensbündnis „Wohnen für Alle“ in Dachau. Hier sitzen Landkreis, Stadt, Jobcenter, Eigentümer:innen und Vereine gemeinsam am Tisch. Die Partnerschaft ermöglicht, was freien Trägern oft verwehrt bleibt: effiziente Vermittlung von Wohnungen an Menschen in Notlagen.

München: Zweckentfremdung als soziale Ressource

München nutzt rechtliche Instrumente konsequent für soziale Ziele. Durch strikte Zweckentfremdungssatzungen und strategische Zwischennutzungen stellt das Sozialreferat mehr als 1.500 Wohnungen für Menschen in Notlagen oder mit Migrationshintergrund bereit. Leerstand wird zur sozialen Ressource – ein Modell mit Signalwirkung.

Die zentrale Erkenntnis: Kommunen sind der Schlüssel

Das Netzwerktreffen WoSu 2025 liefert eine klare Erkenntnis: Kommunen sind nicht Teil des Problems – sie sind der Schlüssel zur Lösung. Wo Städte, Landkreise und Gemeinden Verantwortung übernehmen, lokale Bündnisse schmieden und aktiv kooperieren, entstehen Lösungen mit nachhaltiger Wirkung.

Lokale Allianzen zwischen kommunalen Verwaltungen, Wohnungswirtschaft, Eigentümer:innen und Jobcentern öffnen Türen, die freie Träger allein nicht aufstoßen können. Doch erst durch partnerschaftliche Zusammenarbeit von Kommunen, freien Hilfeanbietern wie WoFA, Zivilgesellschaft, Wohnungsbaugenossenschaften und Wohnungswirtschaft lassen sich nachhaltige Lösungen gegen Wohnungsnot wirklich effektiv entwickeln.

Das Treffen in Augsburg war ein eindrucksvolles Plädoyer dafür, dass Wohnraumpolitik und soziale Verantwortung Hand in Hand gehen müssen – mit klaren Rollen, gegenseitigem Vertrauen und dem Willen, gemeinsam zu handeln. Die Beispiele aus Rostock, Berlin, München, Rosenheim und Dachau zeigen: Es funktioniert. Jetzt gilt es, diese Impulse weiterzutragen.

Ausstellung Kunstverein Weiden

Schubladendenken ade: Bewegende Fotoausstellung im Kunstverein eröffnet

Offen, ehrlich und berührend: 21 junge Leute zeigen ihre Gesichter und erzählen ihre Geschichten, um stereotype Sichtweisen aufzubrechen. Eine bewegende Ausstellung fernab von Klischees wurde im Kunstverein mit rund 70 Besuchern eröffnet.

Auf 21 großformatigen Fotografien präsentieren Schüler der FOS/BOS Weiden und junge Migranten ihre Gesichter.

 „Wir haben uns gegenseitig fotografiert und dabei auf eine möglichst natürliche und ehrliche Mimik geachtet“,

berichteten die am Ausstellungsprojekt „Begegnung auf Augenhöhe – Gesichter gegen Klischees“ beteiligten Gestalter der 11. Jahrgangsstufe am Abend der Vernissage.

Die auf Augenhöhe gezeigten Gesichter suchen den direkten Kontakt zum Betrachter und sind weit mehr als bloße Portraits. Während eine Gesichtshälfte sichtbar bleibt, durchbricht die andere Seite die äußere Hülle und offenbart die Lebensgeschichte der abgebildeten Person. Durch diese Verbindung ist es dem Betrachter unmöglich, sein Gegenüber nur auf äußere Merkmale zu reduzieren. „In unserem Projekt haben wir versucht, vereinfachende Stereotype aufzubrechen“, so Ulla Roscher-Geuss, Wohnungslotsin bei der Diakonie Weiden, über das Ziel der Fotoausstellung.

Auch die Lebensgeschichten der beteiligten Schüler und Migranten lassen sich nicht in Schubladen stecken. Fragen nach der sozialen und beruflichen Zukunft standen bei der Erstellung der Texte im Mittelpunkt. „Dabei verschwimmen die Unterschiede: Träume, Hoffnungen und Herausforderungen verbinden uns alle – unabhängig von Herkunft oder Status“, erklärte die Initiatorin des Fotoprojektes am Ende ihrer Ansprache.

Für eine „beeindruckende Ausstellung auf Augenhöhe“ dankte Bernhard Planner, zweiter Schulleiter der FOS/BOS Weiden, den jungen Teilnehmern sowie Ulla Roscher-Geuss und Claudia Köppel, die das Projekt organisierte und kreativ begleitete.

Die Werkschau entstand in Kooperation der Weidener Fachoberschule und der Diakonie Weiden.

Schüler der FOS/BOS Weiden und Besucher der Fotoausstellung „Begegnung auf Augenhöhe – Gesichter gegen Klischees“
Besucher der Fotoausstellung „Begegnung auf Augenhöhe – Gesichter gegen Klischees“
Schüler der FOS/BOS Weiden auf der Fotoausstellung „Begegnung auf Augenhöhe – Gesichter gegen Klischees“
Besucher der Fotoausstellung „Begegnung auf Augenhöhe – Gesichter gegen Klischees“

Café Paula zum Weltflüchtlingstag 2025

Kooperationsveranstaltung von
WoFA-Kaufering und LandsAid e.V.

Anlässlich des Weltflüchtlingstags 2025 organisierten WoFA-Kaufering und LandsAid e.V. eine gemeinsame Veranstaltung in der Pauluskirche Kaufering. Ziel war es, lokale Projekte sichtbar zu machen, Austausch zu fördern und Perspektiven rund um Integration, Fachkräftesicherung und gesellschaftliche Teilhabe aufzuzeigen.

Konzept und Zielsetzung

Unter dem Motto „Wohnen, Arbeiten, Teilhabe – gemeinsam gestalten“ entstand ein inspirierender Nachmittag mit Projektvorstellungen, offenen Gesprächen und kulinarischen Highlights. Das Café Paula bot einen Raum für Begegnung, gelebte Vielfalt und neue Impulse.

Veranstaltungsdetails

Programm

Organisation und Vorbereitung

Die Veranstaltung wurde gemeinschaftlich vorbereitet:

Der Veranstaltungstag

Bereits ab 13:00 Uhr wurde gemeinsam aufgebaut und dekoriert. Der Raum wurde liebevoll mit Girlanden und Blumen gestaltet, und Infostände der Projekte informierten über laufende Angebote. Für das leibliche Wohl sorgten Vareniki – traditionelle ukrainische Teigtaschen in süßer und herzhafter Variante. Das Buffet wurde mit großer Begeisterung angenommen.

Resonanz und Ausblick

Das Café Paula war ein lebendiger und verbindender Nachmittag mit vielen Teilnehmenden aus Projekten, Kirchengemeinde und Zivilgesellschaft. LandsAid nutzte die Gelegenheit, die eigene Arbeit im Rahmen eines offenen Plenums vorzustellen. Übrig gebliebenes Essen wurde an die Jugendgruppe der Pauluskirche weitergegeben.

Fazit

Die gelungene Kooperation zwischen WoFA und LandsAid hat gezeigt, wie Begegnung auf Augenhöhe möglich ist. Eine Fortsetzung der Zusammenarbeit in einer geplanten Herbstveranstaltung ist bereits in Planung.

Café Paula zum Weltflüchtlingstag 2025
Café Paula zum Weltflüchtlingstag 2025
Café Paula zum Weltflüchtlingstag 2025

Mietkurs mit Kinderbetreuung – ein gelungener Nachmittag für Mütter

Am 12. Juni 2025 fand im Rahmen des WoFA-Projekts in Kooperation mit Kita-Einstieg ein ganz besonderer Mietkurs statt – speziell für Mütter und mit liebevoller Kinderbetreuung. Dank der freundlichen Unterstützung des EJSA-Mädchen- und Frauenzentrums durften wir die hellen Räume sowie den einladenden Garten nutzen – dafür ein herzliches Dankeschön an das Team vor Ort!

In entspannter Atmosphäre kamen acht Frauen mit ihren Kindern zusammen. Während die Kinder betreut und spielerisch gefördert wurden, nutzten die Mütter die Zeit, um sich intensiv mit dem Thema „Wohnen“ auseinanderzusetzen. Der Kurs bot praktische Hilfestellungen rund um Wohnungssuche und Umzug – von der ersten Recherche bis zur Antragstellung beim Jobcenter.

Die Themen des Kurses im Überblick:

Kinderbetreuung

Alle Teilnehmerinnen konnten direkt im Kurs ihre persönlichen Unterlagen vorbereiten, einscannen und verschicken. Unterstützt von fachlicher Anleitung blieben keine Fragen offen – im Gegenteil: Viele Frauen waren erleichtert, konkrete Schritte für ihren Wohnungswechsel zu kennen und anwenden zu können.

Für das leibliche Wohl war ebenfalls gesorgt: Bei Tee, Kaffee und einem gemeinsamen Essen gab es Raum für Austausch, neue Kontakte und gegenseitige Stärkung.

Unser Fazit:

Der Mietkurs war ein voller Erfolg – praxisnah, stärkend und mit Herz. Während die Kinder fröhlich spielten, konnten die Mütter sich konzentrieren, lernen und ihre nächsten Schritte planen. Die dankbaren Rückmeldungen der Teilnehmerinnen zeigen: Solche Angebote schaffen echte Unterstützung und Gemeinschaft.

WoFA-Hof, 13.06.2025

WoFA-Fachtag 2025 in Günzburg

Integration im Spannungsfeld von Wohnen und Arbeit

Am 21. Mai 2025 war der Panorama-Saal des Landratsamts Günzburg Treffpunkt für Engagierte, Fachleute und Netzwerkpartner*innen rund um die Themen Migration, Integration, Wohnen und Arbeit. Der WoFA-Fachtag stand unter dem Motto:

„Ein Zuhause für Chancen“ – und machte deutlich, wie eng Wohnen und Arbeit mit dem Ankommen in unserer Gesellschaft verknüpft sind.

Impulse mit Wirkung

Nach der Begrüßung durch Sabine Claaßen (WoFA) und einer kurzen Einführung in den Tag startete Frau Dr. Jung, Ministerialdirigentin im Bayerischen Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration, mit einem klaren Statement:

„Wohnen bedeutet mehr als ein Dach über dem Kopf – es bedeutet bleiben, verweilen, sich aufhalten, zufrieden sein.“

Sie lobte das Engagement der Projektträgerin  und hob hervor, dass Arbeit ein identitätsstiftender Bereich sei – gerade für Menschen mit Fluchterfahrung oder Migrationsgeschichte. Zahlen wie über 4.700 erfolgreich vermittelte Menschen in Wohnraum machten deutlich, wie wirkungsvoll das Projekt WoFA arbeitet.

Filmpremiere von WoFA

Der 2024 gedrehte Imagefilm von WoFA, welcher auch auf unserem YouTube Kanal zu sehen ist, feierte vor dem Publikum von 78 Personen aus Politik, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Ehrenamt seine Premiere. Er zeigt die Arbeit von WoFA, das inzwischen an 13 Standorten etabliert ist, beispielhaft an bewegenden Erlebnissen aus der Praxis.

Brücken bauen – Stimmen aus der Praxis

Beim anschließenden Podiumsgespräch trafen Perspektiven aus Kirche, Wirtschaft, Rechtsberatung und zivilgesellschaftlicher Praxis aufeinander. Alle Beteiligten betonten: Integration gelingt nicht zufällig – sie braucht Struktur, Haltung und Zusammenarbeit.

  • Margit Werdich-Munk (Munk GmbH) berichtete von interkulturellen Führungskräftetrainings und persönlicher Begleitung von Mitarbeitenden und deren Familien, zum Beispiel in von der Munk GmbH bezahlten Sprachkursen für die gesamte Familie.
  • David Offenwanger (Arrival Aid) der mit seinem Unternehmen Geflüchtete u.a. bei der Arbeitssuche unterstützt, erlebt es oft: Das passende Unternehmen ist gefunden, der Arbeitsvertrag liegt unterschrieben vor. Aber die Arbeitsaufnahme scheitert, weil des in der Verwaltung „klemmt“. Oft würde es helfen, wenn die Gesetze, die es schon gibt, einfach angewendet würden.
  • Martin Riß (Dominikus-Ringeisen-Werk) gab einen bewegenden Einblick in die 2022 erfolgte Aufnahme 82 schwerbehinderter ukrainischer Kinder. Er fragte nach: „Wo würden wir selbst denn mit unseren hilfsbedürftigen Menschen hingehen, wenn wir angegriffen werden würden?“
  • Anna Frölich (Rechtsanwältin) formulierte einen Wunsch, der vielen aus dem Herzen sprach: „Die Ausländerbehörde sollte eine Willkommensbehörde werden.“

Praxis trifft Perspektive: Das World-Café

Am Nachmittag wurde es praktisch. In einem World-Café diskutierten Teilnehmende an verschiedenen Thementischen – mit Fachleuten aus Wissenschaft, Sozialarbeit, Rechtsberatung und Integrationspraxis. Jede Station bot einen Impuls, anschließend wurde diskutiert, gefragt, ergänzt.

Themen waren u. a.:

  • Wie können Migrant*innen ins Ehrenamt eingebunden werden?
  • Welche Förderinstrumente sind Arbeitgebern oft gar nicht bekannt?
  • Wie gelingt die Nachbetreuung nach der Wohnungsvermittlung?
  • Welche Chancen bietet die duale Ausbildung – auch für ältere Menschen?
  • Wie kann man Behördenprozesse niedrigschwelliger und unterstützend gestalten?

Der Austausch war lebendig – und oft überraschend. Viele Teilnehmende zeigten sich erstaunt über die Vielfalt bestehender Angebote, gleichzeitig wurde klar:
Es braucht bessere Kommunikation, mehr Vernetzung – und noch mehr mutige Pilotprojekte.

Arbeitsgruppen: Aus dem Gespräch in die Handlung

In der anschließenden Arbeitsgruppenphase wurden die Themen vertieft. Hier ging es konkret darum, wie gute Praxis verstetigt, verbreitet und verbessert werden kann. Die wichtigsten Punkte:

  • Informationslücken schließen – besonders im ländlichen Raum.
  • Sprachkurse, Mietführerscheine und Jobcenter-Sprechstunden niedrigschwellig anbieten.
  • Ehrenamtliche Brückenbauer*innen stärken und vernetzen.
  • Mehrsprachige Tools und Online-Angebote für Geflüchtete bereitstellen.
  • Und ganz grundsätzlich: Wertschätzung zeigen – in jeder Begegnung.

Ein Teilnehmer brachte es auf den Punkt:

„Ich wusste nicht, wie viel es schon gibt – und wie viel noch möglich ist.“

Fazit: Gemeinsam stark

Der WoFA-Fachtag 2025 hat gezeigt: Integration gelingt dort, wo viele mitdenken, mitfühlen und mitgestalten. Es war ein Tag voller Perspektiven, Erkenntnisse und neuer Kontakte. Und ein starkes Zeichen dafür, dass Wohnen und Arbeit keine getrennten Welten sind – sondern die Grundpfeiler eines echten Zuhauses.

WoFA wächst weiter

Gruppenfoto WoFA-Standort IngolstadtAm 01.09.2024 ist der 13. WoFA-Standort an den Start gegangen. Wir freuen uns über kompetente Verstärkung in Ingolstadt und heißen unseren neuen Kollegen herzlich willkommen.

Durch die dreijährige Förderzusage des Bayerischen Staatsministeriums des Innern, für Sport und Integration bis Ende 2026 können inzwischen vier weitere WoFA-Standorte professionelle Beratung und Begleitung bei der Wohnungssuche anbieten. Die Verlängerung des Förderzeitraums bietet den Standorten und ihren Netzwerkpartnern größere Planungssicherheit und bestätigt die wertvolle Arbeit der Projektmitarbeiter*innen.